Fischsterben im Griesweiher – mehrtägiger Einsatz für Feuerwehr und THW

Ein größerer Umwelteinsatz beschäftigte zahlreiche Einsatzkräfte in dieser Woche von Montag bis zum frühen Mittwochmorgen. Bereits am Montagabend wurde der Löschbezirk Hassel zum Umwälzen des Griesweihers angefordert. Durch den Gewässerwart wurden erste tote Fische auf der Wasseroberfläche entdeckt.
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Mittels Feuerlöschkreiselpumpen bzw. einer Tragkraftspritze wurde über mehrere Stunden das Wasser aus dem Griesweiher angesaugt und mittels mehrerer C- und B-Rohre sowie eines Monitors wieder in den Weiher abgegeben.
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Die Weiheranlage wurde weiträumig ausgeleuchtet, um ein sicheres Arbeiten zu gewährleisten. So konnten ca. 250 000 l Wasser umgewälzt werden. Wegen der Witterung und des Geländes waren im Anschluss umfangreiche Rückbau- und Reinigungsmaßnahmen erforderlich, der erste Einsatz für den Löschbezirk konnte gegen 23:00 Uhr beendet werden. Doch der Einsatzerfolg des stundenlangen Einsatzes war nur von kurzer Dauer.
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So wurde der Löschbezirk am Nachmittag erneut alarmiert. An der Einsatzstelle konnten erneut tote Fische festgestellt werden. Trotz des mehrstündigen Einsatzes der Feuerwehr stellte sich die Lage noch dramatischer dar als am Vorabend. Es hatte bereits ein akutes Fischsterben begonnen, der Weiher war im Begriff umzukippen. Erneut wurde damit begonnen, mittels Feuerlöschkreiselpumpe und Tragkraftspritze den Weiher umzupumpen und den Sauerstoffgehalt des Gewässers zu erhöhen.
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Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz sowie die Polizei wurde nachgefordert.
Eine erste Analyse des LUA vor Ort bestätigte einen akuten Sauerstoffmangel des 300 m langen und 50 m breiten Griesweihers.DSC_4529RAWresizezensiertDSC_4555RAWresizezensiertDSC_4562RAWresize
Während der Umwälzmaßnahmen war eine Schaum- und Geruchsbildung erkennbar. Zur Feststellung möglicher Ursachen wurde der EVS sowie der Abwasserbetrieb der Stadt St. Ingbert angefordert.DSC_4563RAWresizeDSC_4564RAWresize
Ebenso wurden die Löschbezirke Oberwürzbach und Rohrbach zur Unterstützung der Umwälzarbeiten nachgefordert. Aufgrund der akuten Gewässerlage und des Volumens wurden nach Rücksprache mit dem THW-Fachberater die THW-Ortsverbände St. Ingbert und Friedrichsthal alarmiert, um mit Großpumpen das Umwälzen des Gewässers zu unterstützen.

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Nach einer umfangreichen Lageerkundung konnte die Einleitungsstelle an einem Sonderbauwerk des EVS im Bereich der ehem. Kläranlage Hassel festgestellt werden, wo aufgrund eines Defektes Abwasser direkt in die Vorflut abgegeben wurde. Während der EVS die Störung behob, wurde durch die zahlreichen Einsatzkräfte die Weiheranlage mit einer maximalen Förderleistung von 13 000 l/min bis Mitternacht umgewälzt, bis eine signifikante Erhöhung des Sauerstoffgehaltes sichergestellt war.

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Während der Einsatzdauer wurde durch Polizei und Landesbetrieb für Straßenbau die Richtungsfahrbahn Hassel der L 111 gesperrt und der Verkehr über Oberwürzbach umgeleitet.

Vor Ort im Einsatz waren die Löschbezirke Hassel, Oberwürzbach und Rohrbach, die Wehrführung, die THW Ortsverbände St. Ingbert und Friedrichsthal, das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, der Entsorgungsverband Saar, der Abwasserbetrieb der Stadt St. Ingbert, die Polizei mit mehreren Funkstreifenwagen der Polizeiinspektionen Homburg und St. Ingbert, der Dienststellenleiter der PI St. Ingbert, Verantwortliche des ASV Hassel sowie der Landesbetrieb für Straßenbau.

Nach Rückbau und umfangreichen Reinigungsarbeiten konnte der Einsatz für die Feuerwehr gegen 02:30 Uhr am Folgetag beendet werden.