Fischsterben im Griesweiher – mehrtägiger Einsatz für Feuerwehr und THW

Ein größerer Umwelteinsatz beschäftigte zahlreiche Einsatzkräfte in dieser Woche von Montag bis zum frühen Mittwochmorgen. Bereits am Montagabend wurde der Löschbezirk Hassel zum Umwälzen des Griesweihers angefordert. Durch den Gewässerwart wurden erste tote Fische auf der Wasseroberfläche entdeckt.
DSC_4539RAWresize
Mittels Feuerlöschkreiselpumpen bzw. einer Tragkraftspritze wurde über mehrere Stunden das Wasser aus dem Griesweiher angesaugt und mittels mehrerer C- und B-Rohre sowie eines Monitors wieder in den Weiher abgegeben.
DSC_4536RAWresize
Die Weiheranlage wurde weiträumig ausgeleuchtet, um ein sicheres Arbeiten zu gewährleisten. So konnten ca. 250 000 l Wasser umgewälzt werden. Wegen der Witterung und des Geländes waren im Anschluss umfangreiche Rückbau- und Reinigungsmaßnahmen erforderlich, der erste Einsatz für den Löschbezirk konnte gegen 23:00 Uhr beendet werden. Doch der Einsatzerfolg des stundenlangen Einsatzes war nur von kurzer Dauer.
DSC_4571RAWresize
So wurde der Löschbezirk am Nachmittag erneut alarmiert. An der Einsatzstelle konnten erneut tote Fische festgestellt werden. Trotz des mehrstündigen Einsatzes der Feuerwehr stellte sich die Lage noch dramatischer dar als am Vorabend. Es hatte bereits ein akutes Fischsterben begonnen, der Weiher war im Begriff umzukippen. Erneut wurde damit begonnen, mittels Feuerlöschkreiselpumpe und Tragkraftspritze den Weiher umzupumpen und den Sauerstoffgehalt des Gewässers zu erhöhen.
DSC_4522RAWresizeDSC_4518RAWresizeDSC_4523RAWresize
Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz sowie die Polizei wurde nachgefordert.
Eine erste Analyse des LUA vor Ort bestätigte einen akuten Sauerstoffmangel des 300 m langen und 50 m breiten Griesweihers.DSC_4529RAWresizezensiertDSC_4555RAWresizezensiertDSC_4562RAWresize
Während der Umwälzmaßnahmen war eine Schaum- und Geruchsbildung erkennbar. Zur Feststellung möglicher Ursachen wurde der EVS sowie der Abwasserbetrieb der Stadt St. Ingbert angefordert.DSC_4563RAWresizeDSC_4564RAWresize
Ebenso wurden die Löschbezirke Oberwürzbach und Rohrbach zur Unterstützung der Umwälzarbeiten nachgefordert. Aufgrund der akuten Gewässerlage und des Volumens wurden nach Rücksprache mit dem THW-Fachberater die THW-Ortsverbände St. Ingbert und Friedrichsthal alarmiert, um mit Großpumpen das Umwälzen des Gewässers zu unterstützen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach einer umfangreichen Lageerkundung konnte die Einleitungsstelle an einem Sonderbauwerk des EVS im Bereich der ehem. Kläranlage Hassel festgestellt werden, wo aufgrund eines Defektes Abwasser direkt in die Vorflut abgegeben wurde. Während der EVS die Störung behob, wurde durch die zahlreichen Einsatzkräfte die Weiheranlage mit einer maximalen Förderleistung von 13 000 l/min bis Mitternacht umgewälzt, bis eine signifikante Erhöhung des Sauerstoffgehaltes sichergestellt war.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Während der Einsatzdauer wurde durch Polizei und Landesbetrieb für Straßenbau die Richtungsfahrbahn Hassel der L 111 gesperrt und der Verkehr über Oberwürzbach umgeleitet.

Vor Ort im Einsatz waren die Löschbezirke Hassel, Oberwürzbach und Rohrbach, die Wehrführung, die THW Ortsverbände St. Ingbert und Friedrichsthal, das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, der Entsorgungsverband Saar, der Abwasserbetrieb der Stadt St. Ingbert, die Polizei mit mehreren Funkstreifenwagen der Polizeiinspektionen Homburg und St. Ingbert, der Dienststellenleiter der PI St. Ingbert, Verantwortliche des ASV Hassel sowie der Landesbetrieb für Straßenbau.

Nach Rückbau und umfangreichen Reinigungsarbeiten konnte der Einsatz für die Feuerwehr gegen 02:30 Uhr am Folgetag beendet werden.

Explosion nach Tanklastwagenunfall – Jahreshauptübung der Jugendfeuerwehr

Samstag, der 23. September 2017: Gegen 15.00 Uhr befährt ein mit Benzin beladener Tanklastzug die Schillerstraße in Richtung Hasseler Marktplatz. Auf der abschüssigen Straße bemerkt der Fahrer, dass die Bremsanlage seines Fahrzeuges kaum noch Wirkung zeigt. Es gelingt dem Fahrer nicht mehr sein Fahrzeug rechtzeitig zu bremsen, aufgrund der noch vorhandenen Geschwindigkeit kann er nicht mehr, wie vorgesehen, nach rechts in die Straße „Marktplatz“ abbiegen.
Der Tanklastzug durchbricht die Sperrpfosten am Marktplatz und kommt nach einer Kollision mit einem dort abgestellten PKW zum Stillstand. Beim Durchbrechen der Absperrpfosten wird eine Tankkammer beschädigt, wodurch mehrere tausend Liter Benzin auslaufen und durch Kanaldeckel in die Kanalisation gelangen. Der Fahrer des Tanklastzuges sitzt unter Schock noch im Führerhaus.
Die Löschbezirke Hassel und Rohrbach wurden daraufhin nach dem ersten, unklaren Notruf mit dem Einsatzstichwort „auslaufende Betriebsstoffe nach Verkehrsunfall“ alarmiert.
Kurz vor Eintreffen der ersten Fahrzeuge kommt es im Bereich des Marktplatzes sowie im hinteren Bereich der Rats-Apotheke durch das sich in der Kanalisation befindliche Gas-Luft-Gemisch zur Explosion.

Durch das ausgetretene Benzin, welches u. a. auch in die Kanalisation eingedrungen war, kam es zu mehreren Durchzündungen im gesamten Ortskern, so die Übungsannahme.

Durch die Druckwelle werden 7 Arbeiter, die sich in zurzeit in diesem Bereich aufhalten, verletzt. Des Weiteren kommt es im hinteren Bereich der Rats-Apotheke zum Ausbruch eines Brandes, ein Garagenkomplex ist durch die Detonation einsturzgefährdet.

Dieses Szenario, welches durchaus an das Tanklastwagenunglück vor 30 Jahren in der hessischen Kleinstadt Herborn erinnert, war die Schadensannahme der diesjährigen Jahreshauptübung der St.Ingberter Jugendfeuerwehren. In diesem Jahr wurde die Übung durch den Löschbezirk Hassel, der auf 45 Jahre Jugendarbeit zurückblicken kann, geplant und durchgeführt. Aber auch das Jugendrotkreuz des OV Rohrbach sowie die THW-Jugend St. Ingbert wurden in die Übung mit eingebunden und zeigten ihr Können.

Schaumabgabe über den Dachmonitor des Hasseler HLF 20/20.

Nach der Sirenenalarmierung und einer eindrucksvollen Lagedarstellung mittels Pyrotechnik verfolgten zahlreiche Schaulustige gespannt das Geschehen im Hasseler Ortskern, welches durch den Kameraden Matthias Thom vom LB St.Ingbert in gewohnt souveräner Art moderiert wurde.

Der auslaufende, brennende „Kraftstoff“ wurde mit (Übungs-)schaum abgelöscht.

Durch die dramatische Lageentwicklung wurde das Einsatzstichwort unmittelbar auf Brand 5 bzw. MANV 10 (Massenanfall von Verletzten, bis zu 10 Patienten) erhöht, was eine umfangreiche Nachalarmierung nach sich zog. So wurden die Löschbezirke St.Ingbert-Mitte, Oberwürzbach, Rentrisch, das DRK sowie das THW zur Unterstützung alarmiert.

Neben dem Jugendrotkreuz war auch die THW-Jugend St.Ingbert in die Großübung eingebunden. Im hinteren Bereich der Apotheke läuft gerade die Personenrettung durch die Löschbezirke St.Ingbert, Oberwürzbach, Rentrisch und Rohrbach, die Brandbekämpfung wird vorbereitet.

Nachdem die Kräfte des Löschbezirks Hassel den LKW-Fahrer aus dem Führerhaus gerettet hatten, übernahmen diese mit Unterstützung der nachrückenden Kräfte aus St.Ingbert die Brandbekämpfung im Bereich des vorderen Brandabschnittes „Marktplatz/Tanklastzug“ mit einem massiven Löschangriff mit Wasser und (Übungs-)Schaum.

Umfangreiche Brandbekämpfung mit Wasser und (Übungs-)Schaum durch die Kräfte aus Hassel und St.Ingbert

Die Kräfte aus Rohrbach führten mit Unterstützung der Kameraden aus St.Ingbert, Oberwürzbach und Rentrisch die Menschenrettung im hinteren Bereich der Rats-Apotheke durch. Nachdem die sieben vermissten Personen gerettet waren, wurden diese mit Unterstützung des THW zur Patientenablage in der Neuhäuseler Straße verbracht und dem DRK übergeben. Im Anschluss wurde im hinteren Bereich der Apotheke eine umfangreiche Brandbekämpfung durchgeführt sowie durch die Kräfte des THW die einsturzgefährdete Garage mit Rüstholz und Baustützen gesichert.

Das THW unterstützte neben der Einrichtung der Patientenablage auch beim Patiententransport und sicherte den einsturzgefährdeten Garagenkomplex im hinteren Bereich der Apotheke.

Das DRK richtete, unterstützt von der THW-Jugend, die Patientenablage ein und führte eine erste Triage (Sichtung und Einteilung der Behandlungsprioritäten) sowie lebensrettende Sofortmaßnahmen der Verletzten durch.

Das Jugendrotkreuz aus Rohrbach richtete eine Patientenablage in der Neuhäuseler Straße ein und führte die Sichtung und Erstversorgung der zahlreichen Verletzten durch.
Helfer des Jugendrotkreuz bei der Erstversorgung.

So hatten die insgesamt 110 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und THW nach knapp 45 Minuten die Lage unter Kontrolle.

Kräfte der Jugendfeuerwehr Hassel im Einsatz am Mittelschaumrohr

Im Anschluss an die Übung wurde in Verbindung mit der Nachbesprechung in der Fahrzeughalle der Hasseler Feuerwehr die Jahreshauptversammlung der Jugendfeuerwehr auf Stadtebene durchgeführt. Hierbei fanden auch die turnusgemäßen Wahlen zum Jugendgruppensprecher und dessen Vertreter auf Stadtebene statt. Maximilian Görg, der das Amt drei Jahre innehatte, stellte sich aufgrund seiner bereits erfolgten Übernahme in die aktive Wehr nicht mehr zur Wahl. Den frischgewählten Jugendgruppensprecherinnen Juna Steinert und Michelle Ludwig wünschen wir viel Erfolg in ihrem neuen Amt!

An dieser Stelle möchte sich die Jugendfeuerwehr ganz herzlich bei der Inhaberin der Rats-Apotheke, Frau Ute Toussaint-Uth sowie dem Team der Fa. Öl Schneider für die tolle und unkomplizierte Unterstützung bedanken!

Interesse? Mach mit!

Die Jugendfeuerwehr bietet Kindern und Jugendlichen ab 8 Jahren eine interessante Möglichkeit der Freizeitgestaltung. Hierbei werden neben Spaß und Kameradschaft auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Toleranz, Selbstvertrauen, Hilfsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit gefördet. Dies alles natürlich kostenlos. Alle interessierten Kinder und Jugendliche sind herzlich eingeladen einfach mal unverbindlich reinzuschnuppern.
Infos, Bilder, Termine und Ansprechpartner der einzelnen Löschbezirke finden Sie über das gemeinsame Portal der St. Ingberter Feuerwehr unter http://www.feuerwehr-st-ingbert.de .
Alternativ können Sie uns auch über das Kontaktformular erreichen.

Standbild: © G.Schwan/Feuerwehr Hassel

Fotos: © T.Ellinghaus/Feuerwehr Hassel