Grenzsteinwanderung Sengscheid – Kahlenberg Grenzsteine sind im Bestand stark gefährdet und müssen geschützt werden


Gemeinsam schritten die beiden Heimat- und Verkehrsvereine von St. Ingbert und Hassel die alte St. Ingberter Banngrenze aus dem 18. Jahrhundert ab. Die Grenzsteinwanderung wird jeweils im Frühjahr und im Herbst angeboten. Es werden Teilabschnitte der Banngrenze abgegangen und Informationen zu den historischen Steinen gegeben.

Die Grenzsteinwanderung führte von Sengscheid zum Kahlenberg und war mit 18 Teilnehmern gut besucht. Treffpunkt war der Park-and-ride-Platz bei der Ingobertusstatue nahe Sengscheid. Es wurde der Teilabschnitt St. Ingbert zu Kloster Wadgassen und St. Ingbert zu Hassel abgegangen. Die Wanderung führte zum Dreibannstein St. Ingbert – Hassel –Rohrbach auf dem Kahlenberg, wo man sich auf der Kahlenberghütte zum gemeinsamen Umtrunk als Abschluss zusammenfand.

Ab dem 1. Juli 1936 kamen Sengscheid zu St. Ingbert und Reichenbrunn zu Oberwürzbach, die vorher zur Gemeinde Ensheim gehörten. Ensheim war im Besitz des Klosters Wadgassen. Sieben historische Grenzsteine mit dem leyischen Wappen auf der einen und dem Bischofstab und dem E für Ensheim wurden abgegangen. Anhand der alten Karte von 1768 wurde die Grenzziehung und Versteinung erläutert. Artur Klein und Konrad Weisgerber vom Heimat und Verkehrsverein St. Ingbert erläuterten den Aufbau der Steine und gaben Informationen zum Kartenwerk und dem Ensheimer Bann in einer Geschichte.

Weiter ging es zur „Galgeneiche“ am Rothenkopf. Hier beginnt die Grenze St. Ingberts zu Hassel, das zu Pfalz-Zweibrücken gehörte. Die Teilnehmer erfuhren Interessantes zur Geschichte Hassels und zu den Herzögen von Pfalz-Zweibrücken. Leider stehen nur noch an der östlichen Hangseite zwei Grenzsteine (Nummer 3 und 5). Hasell ist in alter Schreibweise auf den Steinen eingraviert, was die eigentliche Betonung des Ortsnamens eher trifft.

Vom Waldparkplatz, Autobahnzubringer St. Ingbert Mitte, ging es noch mal steil bergauf zum Kahlenberg. Leider musste man feststellen, dass Stein Nr. 10 kürzlich von einem Waldfahrzeug angefahren wurde und gekippt ist. Die Tour endete auf der Spitze des Kahlenbergs. Hier hatte Artur Klein die Lage des alten Dreibannsteins einmessen lassen. Der Heimat- und Verkehrsverein St. Ingbert hat angeregt, einen neuen Dreibannstein aus heimischem Sandstein mit den Wappen der drei Gemeinden zu errichten. Dabei hofft man auf die finanzielle Unterstützung der jeweiligen Ortsräte und Heimatvereine. Bericht: Konrad Weisgerber; Foto: U. Litzenburger