Erstmals Gewaltprävention für Mädchen und junge Frauen bei der VHS

Erstmals bot die Nebenstelle Hassel der Biosphären-VHS St. Ingbert einen Kurs Selbstverteidigung, Selbstbehauptung, Gewaltprävention für Mädchen und junge Frauen an, eine Reaktion auf die Vorgänge in der Silvesternacht. Der Kurs bestand aus Theorie und Praxis. Im theoretischen Bereich sollten die Teilnehmerinnen den Begriff „Angst“ definieren und erklären, wie sie eine positive oder negative Wahrnehmung empfinden.

Dann informierte Sozialpädagoge Michael Janke über richtiges Alltagsverhalten, wie die Körpersprache eines Menschen auf potentielle Täter wirkt und wie für diese ein leichtes Opfer aussieht. Die Begriffe Notwehr und Nothilfe wurden erläutert. Denn nach § 323c StGb ist man zum Helfen verpflichtet, allerdings muss man wissen, bis zu welchem Umfang. Des Weiteren wurde ein bestimmtes Verhalten gegenüber Exhibitionisten und bei obszönen Anrufen empfohlen.

Ganz wichtig sei eine genaue Täterbeschreibung, man solle seine Beobachtungen immer der Polizei melden. Dazu wurden die Teilnehmerinnen darauf getrimmt, was man sich besonders merken sollte, damit der Täter identifiziert werden könne. Ein potentielles Opfer habe zunächst mit Gewalt zu rechnen, beispielsweise mit Ohrfeigen, womit es gefügig gemacht werden soll. Wie man sich da verteidigen kann und wo die Triggerpunkte (Schmerzpunkte) beim Mann liegen, das zeigten Sozialpädagoge Michael Janke und Kampfsportlerin Christa Fellenzer im Anschluss an die Theorie. Die praktischen Übungen, wie zum Beispiel Armhebel und Handhebel, beanspruchten viel Zeit, denn viele Kniffe sind in einer Angstsituation schwierig umzusetzen, man muss sie automatisch beherrschen. „Man soll die Griffe anwenden, die man gut beherrscht, die einem liegen“, so Michael Janke. Auch die Reaktion auf den Schockmoment wurde trainiert. „Auf jeden Fall“, so eine Teilnehmerin, „habe ich jetzt ein besseres Gefühl, wenn ich angegriffen würde. Man weiß jetzt, wie man sich richtig verteidigt.“ „Es wurde alles verständlich erklärt und ist leicht nachzuvollziehen“, so eine der Jüngsten (12) im Workshop. Auch blaue Flecken gab es, denn man musste schließlich „Gewalt“ abwehren. Natürlich muss man zu Hause die Übungen nochmal nachvollziehen, damit man die Gefahrensituation besteht. Es gelte nicht zu kämpfen, so der Dozent, sondern sich zu befreien und Hilfe zu holen.

Informiert wurde auch über Verteidigungsmittel wie Pfefferspray, Tränengasspray, Messer, wie und wann diese eingesetzt werden dürften. Informationsmaterial wurde zur Verfügung gestellt und im zusammenfassenden Abschlussgespräch konnten noch Fragen gestellt werden. Gewünscht wurde, dass man diesen Kurs nochmal auffrischen kann. Den nächsten Selbstverteidigungskurs bietet die Biosphären-Volkshochschule St. Ingbert am 12. November wieder in der Neuen Schulturnhalle an.