Vortrag: Sicher unterwegs im Ehrenamt fand sehr großen Anklang

Viele Interessenten waren ins Hasseler Rathaus gekommen, um den Vortrag von Andreas Abel (Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht) und Strafrechtsprofessor und Rechtsanwalt Guido Britz mit dem Thema „Sicher unterwegs im Ehrenamt“ zu verfolgen. Die VHS-Nebenstelle Hassel konnte mit ihnen kompetente Dozenten gewinnen. Viele Fragen wurden gestellt, auch deshalb, weil differenziert Probleme beleuchtet wurden, für Probleme sensibilisiert wurde.  

webbritzDass bei dem Thema ein weites Feld zu bearbeiten ist, zeigte sich schon, als die Frage auftauchte: „Was ist ein Verein?“ DFB oder Hasenzuchtverein, alle kämpfen mit den gleichen Problemen und Risiken: Denn jeder Vereinsvorsitzende oder im Vorstand Tätige ist verantwortlich dafür, dass die gesetzlichen, insbesondere steuer- und abgabenrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Vereinsvorsitzende werden von der Rechtsprechung her mit Geschäftsführern einer GmbH gleichgestellt. Das erklärt auch, dass nur wenige bereit sind, in einem Vorstand mitzuarbeiten, denn da ist die Sache mit der möglicherweise persönlichen Haftung. Der Abschluss einer Versicherung deckt nie alles ab. Fehler passieren leicht, und in diesem Zusammenhang stellt sich häufig die Frage, so Andreas Abel, ob man als Vorsitzender grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt habe bzw. ob der gesamte Vorstand für die Fehler des Vorsitzenden mithaftet. Ist der Verein nicht zahlungsfähig, können Vorstandsmitglieder in Regress genommen werden. Jedes Vorstandsmitglied sei verpflichtet, sich Kenntnis zu verschaffen und zu handeln, sollte dieses merken, dass beispielsweise der Kassierer mit seiner Aufgabe überfordert ist.

Ob es die insolvenzrechtliche Haftung, Insolvenzverschleppung und ihre strafrechtliche Konsequenz betraf (Prof. Britz) oder den Bereich Gemeinnützigkeit, Außenhaftung gegenüber Dritten, Innenregressgefahr, Steuerschuldverhältnis(Andreas Abel), es fielen Begriffe, von denen man noch nie gehört hatte, deren Kenntnis für den Ehrenamtler jedoch wichtig ist. Die Mentalität gehe dahin, so Professor Guido Britz, dass jeder gleich zum Staatsanwalt rennt, ohne die Angelegenheit unter „normalen Menschen“ zu regeln. Die Rechtsanwälte gaben auch Tipps zur Haftungsminimierung, wobei insbesondere die schriftliche Aufgabenfixierung greift.

Fragen über Fragen, jeder wollte gerade in seinem speziellen Fall eine Antwort haben. Die beiden Dozenten gaben während und nach der Veranstaltung jedem interessierten Teilnehmer die Gelegenheit, individuelle Vereinsfragen zu stellen und hielten für jeden Informationsmaterial bereit.