Interessante Informationen bei der VHS-Höfetour West

Bei der Höfetour West der VHS Nebenstelle Hassel, geführt von Natur- und Landschaftsführer Alois Ohsiek,  galt großes Interesse dem biologisch-dynamisch bewirtschafteten Demeter-Hof. Danach wurde der Rittershof II der Familie Eberl besichtigt, der ein anderes Konzept verfolgt als der Demeterhof. Michael Bitsch, der an der Justus von Liebig-Universität Landwirtschaft studiert hat, erläuterte die Geschichte des Hofes; einiges wusste ein 82-Jähriger Teilnehmer noch aus eigener Erfahrung zu erzählen, denn früher gab es dort auch Gastronomie und für die Kinder Schaukeln und Karussells beim „Buchholz“.

Zurzeit helfen Praktikanten der Waldorfschule Michael Bitsch beim Bewirtschaften des Hofes, die allerdings keine Vorkenntnisse mitbringen. Er baut auf den Feldern Gemüse und Kartoffeln an, Gemüse und Gewürze auch in den Gewächshäusern, die von oben bewässert werden.  Die Felder müssen abgedeckt werden, denn die Hasen sind hungrig. Eigene Gurken verkauft er jetzt schon auf den regionalen Märkten, so auch in St. Ingbert, genau so, wie es das Biosphären-Konzept vorsieht. Daneben baut er unter anderem Auberginen, Tomaten, Zucchini und Salat an. Gerade war er dabei, selbst gezogene Pflänzchen in den Boden, der auch Kalkspuren enthält und höchstens mit Mist gedüngt wird, einzubringen. Dazu hat er eine Pflanzensetzmaschine, die in der Stunde 1500 Pflänzchen schaffen kann. Fragen, wie er den Boden lockert, waren von Interesse. Auch dazu hat der studierte Landwirt eine Maschine gekauft, die das erledigt, auch im Groben Unkraut entfernt, den Rest muss er in Handarbeit erledigen. Chemische Mittel verwendet er nicht. Dementsprechend gesund sehen die Pflanzen aus. „Auch wenn Gemüse bei Michael Bitsch etwas mehr kostet“, so ein Teilnehmer, „wenn ich diese gesunden Pflanzen sehe, bezahle ich das gerne.“ Auf dem Hof werden auch Kühe gehalten, das Fleisch wird ebenso regional vermarktet. Der Landwirt legt Wert darauf, dass seine Kühe draußen kalben, „man kann steuern, dass sie im Frühjahr kommen.“

Danach wurde der Rittershof II angesteuert, der Franz-Josef Eberl gehört. Unterwegs erklärte der Dozent die Geschichte der dort stehenden alten Schäferei, wahrscheinlich das älteste Gebäude von Hassel. Es gehörte Felix Villeroy, der versuchte, Schafe mit Rindern zu kreuzen und der erstmals dort die Fruchtwechselwirtschaft praktiziert hat. Die Teilnehmer staunten über die Sauberkeit des eberl’schen Hofes und den freundlichen Empfang durch den Besitzer, der zu dieser Jahreszeit doch einiges zu tun hat. In den Schweinestall durften alle nur mit Schutz und nur bis zum Eingang, da zurzeit, zwar in benachbarten Ländern, die Schweinepest grassiert. Auch durch Wildschweine kann die Krankheit übertragen werden. Da will der Landwirt nichts riskieren. Eberl baut Getreide als eigenes Viehfutter an,  das er auf einem Dachboden zerkleinert und mischt. Ebenso hält er Rinder auf dem Hof. Das Fleisch der Schweine und Rinder vermarktet er im Saarland, in Oberwürzbach ist es bei der Metzgerei Petermann zu haben.

Wegen der zahlreichen Fragen und des großen Interesses der Teilnehmer, unter denen eine junge Frau den ganzen Weg barfuß zurückgelegt hat,  dauerte die Tour doch länger als vorgesehen. Doch das nimmt Alois Ohsiek in Kauf, ihm kommt es darauf an, dass alle zufrieden sind.