Höfetour West der VHS Hassel hat sich gelohnt

Die Höfewanderung West der VHS Nebenstelle Hassel mit Natur- und Landschaftsführer Alois Ohsiek führte diesmal auf den Hof Hochscheid, der einem Verein gehört, den Rittershof II der Familie Eberl und den Rittershof I der Familie Schwamm.

Zunächst erläuterte Pächter Michael Bitsch, der seit 1982 auf dem ältesten, nach Demeter-Richtlinien biologisch bewirtschafteten Hof Hochscheid lebt, die Geschichte des Hofes (entstanden in den dreißiger Jahren) sowie sein Konzept. Neben Mutterkühen und Kälbern weist er eine Menge Anzucht- und Gewächshäuser auf, in denen er unter anderem Biogemüse wie Tomaten, Fenchel, Auberginen, Gurken züchtet sowie auf den Feldern Salat, Spinat Kohl und Kartoffeln anbaut. Es wird kein mineralischer Dünger benutzt, keine synthetischen Mittel gespritzt, sondern das Unkraut wird meist mechanisch entfernt, die Kartoffelkäfer frühzeitig eingesammelt. Das bedeutet eine ganze Menge Mühe und Arbeit. Weil es auf der Höhe sehr viel Wind gibt, hat er keine Probleme mit Läusen oder anderem Ungeziefer. Er bewirtschaftet eine Fläche von insgesamt 50 Hektar. Die Klassenstufe neun der Waldorfschule kommt regelmäßig zum Praktikum, das dort absolviert werden kann.

Sein Biogemüse verkauft er auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert, mittwochs und samstags, in Kirkel freitags oder auf dem Hof. Wenn auch seine Produkte etwas mehr als andere kosten, sie schmecken lecker und natürlich. Betrachtet man das Konzept des biologischen Anbaus, ist dies auch voll verständlich. Daneben wird auf dem Hof Hochscheid Gastronomie angeboten, manchmal auch Jazz. Die Gastronomie gehörte auch früher schon zu diesem von Landwirt Buchholz bewirtschafteten Hof. Kinder aßen gerne die „Kässchmeer“, konnten kostenlos auf dem handbetriebenen Karussell fahren sowie die Wippschaukeln benutzen und den Stall besichtigen.

Der Ritterhof II, wo Schweine und Kühe beheimatet sind, wurde von den Teilnehmern als „vorbildlich und sauber“, ja sogar als „Bilderbuchhof“ bezeichnet. Franz-Josef Eberl führte über seinen Besitz und erklärte die Philosophie seines Hofes. Das Tierfutter wird überwiegend von ihm selbst erzeugt, daneben baut er Raps, Weizen und Tritikale (Mischung zwischen Gerste und Weizen) an. Beklagt wurde von beiden Landwirten die diesjährige Trockenheit, die zu Ernteausfällen führe. Grundschulen und Kindergärten seien an einer Besichtigung immer interessiert und willkommen.

Bei der letzten Station, dem Rittershof I, ging Alois Ohsiek auf die Geschichte des Hofes ein, der von Felix Villeroy erbaut wurde, der nicht nur ein Pionier der Technisierung der Landwirtschaft war. Als Abschluss war die Hasseler Fischerhütte willkommen. „Die vierstündige Höfetour hat uns einiges abverlangt, aber die Idylle, Ruhe und Beschaulichkeit der Natur hat uns mehr als entschädigt“, so etliche Teilnehmer. „Sie war interessant und wir haben mehr erfahren als wir erwartet haben. Hier ist die Biosphäre Wirklichkeit“.