VHS Nebenstelle Hassel: Vortrag über Islam gut besucht

Der Islam – eine Religion mit Widersprüchen – so lautete das Thema des Vortrages, das die VHS-Nebenstelle Hassel im Rathaus anbot. Ein Grundwissen über den Islam, so sagten sich die meisten Besucher, schadet nicht, wenn man Muslimen begegnet. Denn viele der Flüchtlinge in St. Ingbert gehören dieser Religionsgemeinschaft an. Johann Betz informierte über die Entstehung des Islam, die Pflichten frommer Muslime (der Dschihad gehört nicht dazu), und worauf diese Pflichten gegründet sind. Des Weiteren warf der Dozent die Frage auf, warum man in Mitteleuropa ein Problem mit dem Islam haben könnte und ob Islam, Scharia und moderne Demokratie kompatibel seien.

Er skizzierte auch die verschiedenen Richtungen des Islam wie Schiiten, Sunniten, Alewiten, Fundamentalismus, Islamismus sowie Salafismus,  und stellte die Frage, ob der Islam eine gewalttätige Religion sei. Auch versuchte er zu beantworten, warum diese Religion für junge Menschen in Europa anziehend wirken könnte.

Quellen für den Islam seien der Koran und die Hadithe. Vieles haben das Christentum und Judentum gemeinsam mit dem Islam. Verblüffend auf die Zuhörer wirkte gleich zu Anfang eine bildliche Darstellung, wo der Erzengel Gabriel Mohammed erscheint. Denn das Gesicht Mohammeds war abgebildet, was heute verboten ist. Verblüffend wirkte ebenso, dass sowohl in der Bibel (Altes Testament) als auch im Islam von Gewalt die Rede ist. Der Dozent führte hier das Textbeispiel der Auspeitschung und Steinigung an und empfahl: „Man soll aber den Text weiterlesen und die Aussagen kontextbezogen betrachten. Denn dort ist in der Folge von Verzeihung und Schonung die Rede.

Entscheidend bei den verschiedenen Richtungen ist die Auslegung des Koran, etwa im 8. Jahrhundert nach Christus niedergeschrieben wurde. Die meisten Gruppen der Schiiten der sogenannte Islamische Staat, die Taliban und die Salafisten halten sich wortwörtlich daran. Diese entscheiden, wer ungläubig ist. Die Taliban verbieten Fußballspiel und Radio, weil das durch Mohammed nicht überliefert ist. Die Salafisten legen den Koran aus nach dem Motto: „Der Autor ist tot, der Text kann sich nicht wehren.“ Aufmerksame Zuhörer fragten sich, warum dann ein abgebildeter Salafist ein Mikrophon benutze, das habe Mohammed doch auch nicht gehabt. Die andere Richtung seien die Sunniten.

Viele Fragen schlossen sich dem Vortrag an, z.B. warum Frauen ein Kopftuch trügen und ob die Frauen im Islam benachteiligt seien. Kompetent konnte Johann Betz die zum Thema gehörenden Fragen beantworten. Der ehemalige Religionslehrer versuchte auch auf die Frage einzugehen, warum die Jugend für den Islam anfällig sei. Er stützte sich dabei auf wissenschaftliche Untersuchungen, die besagten, dass Heranwachsende mit wenig literarischer und nur technischer Bildung und Orientierungslosigkeit anfällig dafür seien. Man merke dies in bestimmten Lebensphasen daran, dass das Gespräch verweigert wird oder andere Lebensgewohnheiten praktiziert würden.

Teilnehmer regten an, den Kontakt mit den Muslimen zu suchen, beispielsweise wenn die Moscheen in St. Ingbert „Tag der offenen Tür“ hätten. Denn der größte Teil der Muslime sei friedlich, es werde immer nur von denen berichtet, die gewalttätig sind.